Geschichte des Minerva-Brunnens

Von Wolfgang Vacano

Der Minerva-Brunnen ist eines der ältesten Denkmäler Altonas. Er wurde einst im Jahre 1742 am Altonaer Fischmarkt aufgestellt, der im Jahre 1703 - mittels eines Privilegiums des dänischen Königshauses - gegründet werden konnte.

minerva-brunnen-4

Damals stand Altona noch bis 1864 unter der „Dänischen Oberhoheit“ und entwickelte sich schon in diesem Zeitraum zu einer bedeutenden Stadt - vor den Toren Hamburgs. Dabei hatte es seit mehr als drei Jahrhunderten einen „Kampf um die Fischereirechte und der Nutzung der Fischfänge“ zwischen Hamburg und Altona gegeben, denn die beiden Nachbarstädte
nutzten dieselben Fischgründe der Elbe vor Nienstedten und Blankenese. Altona lebte währenddessen von dem unglaublichen Vorteil, „vor Hamburg am Elbstrome zu liegen“! Denn die Hamburger „Amtsfischer“ (Innungsfischer) mussten ja erst einmal Altona passieren, um zu
den gemeinsam genutzten Fischgründen gelangen
zu können. Mit dem Endergebnis, dass immer mehr Amtsfi scher aufgeben mussten und sich Altona um 1850 zum größten „Fischverarbeitungs- und Umschlagsort“ im Deutschen Reiche und 1927 sogar zur „Europäischen
Fischhauptstadt“ aufsteigen konnte!

Der Brunnen wurde 1742 durch die „Altonaer Brunnengesellschaft von 1722“, auf Anregung des Grafen Reventlow, erbaut. Er kam zunächst auf dem Fischmarkt zur Präsentation.

1864 wurde der Brunnen auf dem Hofe des städtischen
Waisenhauses, an der Catharinenstraße aufgestellt und blieb dort bis 1915.

minerva-brunnen-3

minerva-brunnen-2

1929 erfolgte der Wiederaufbau auf dem früheren
Altonaer Münzmarkt. 1942 erneuter Abbruch während des Krieges. 1960 Aufstellung in den Gru?nanlagen Holstenstraße/Billrothstraße.

Es ist nicht mehr feststellbar, wie der Brunnen in seiner Originalität gestaltet war. Das einzige auffi ndbare Foto (um 1910) zeigt den Brunnen ohne Wasserbecken, jedoch mit Brunnenfi gur und dem dazugehörigen Postament, sowie einen bronzenen Löwenkopf als Wasserspeier an der Vorderseite des Brunnens.

minerva-brunnen-1

 

1960 wurde die Brunnenfigur mit Postament bei der letzten Wiederaufstellung vermisst und war danach auch nicht mehr auffi ndbar. Desgleichen auch die Verzierungen der Wasserausläufe. Die älteste Darstellung dieses Brunnens schuf um 1855 der Hamburg- und Altona-Maler, Wilhelm Heuer als Lithografi e, die später koloriert wurde. Diese schöne Darstellung des damaligen Fischmarktgeschehens und seiner Bebauung gehört heute noch zu den schönsten geschichtlich-/ künstlerischen Darstellungen der Region um den Altonaer Fischmarkt.

Da Wilhelm Heuer ein sehr genauer Beobachter und Maler war, kann auch heute noch sehr gut davon ausgegangen werden, das zumindest die Darstellung der Häuser ziemlich der damaligen „Wahrheit“ entsprachen, während Wilhelm Heuer das „Publikum“ als schmückendes Beiwerk“ dort hineingesetzt hatte.

Man muss schon etwas genauer hinschauen, wenn man den Minerva-Brunnen im dortigen „Fischmarktgewimmel“ deutlich erkennen möchte. Wer sehr genau hinschaut, wird erkennen können, dass die Minerva-Figur damals
noch auf einer stufenförmigen und dreieckigen „Empore“ stand, die den Brunnenrand hoch überragte, um der mit Rüstung, Helm, Speer und Schild ausgestattete römische „Göttin der Weisheit“ noch weiter übersteigerte „Bedeutung“ geben zu können. Weisheit - gepaart mit
„Wehrhaftigkeit“?

Aus den verschiedenen literarischen Unterlagen herausgefunden werden, dass der Brunnen im Laufe der Zeit nach einander gleich vier „Namen“ hatte, nämlich als:
• der „Amor und Psyche“-Brunnen,
• der Minerva-Brunnen,
• der Fischmarktbrunnen,
• und Münzmarktbrunnen existierte, wie er
dort einmal „zwischengeparkt“ worden war.

ALTONAER STADT ARCHIV E.V.

Leitung: Wolfgang Vacano
Max-Brauer-Allee 134
22765 Hamburg
Tel.: 040-50 74 72 24

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.altonaer-stadtarchiv.com

stadt-archiv-altona

Fischauktionshalle

Vor den Toren Hamburgs siedelten sich seit dem 16. Jahrhundert Fischer und Handwerker an. Nachdem der dänische König Christian IV. 1640 Herzog von Holstein wurde, versuchten die Dänen, der Hansestadt Hamburg Konkurrenz zu machen. 1664 verlieh König Friedrich III. von Dänemark Altona das Stadtrecht. Seit dem Jahr 1703 durfte auch sonntags vor dem Kirchgang in Altona Handel getrieben werden. Seitdem ertönen auf dem Altonaer Fischmarkt jeden Sonntag die Glocken.

fischauktionshalle

Ursprünglich diente der in Altona abgehaltene Markt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert werden auf dem Altonaer Fischmarkt auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft. Seine Besonderheit, auch sonntags früh geöffnet zu sein, liegt allerdings daran, dass der gefangene Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang verkauft werden sollte. Danach wäre es draußen zu warm gewesen.

1896 wurde die Fischauktionshalle in Altona eröffnet, die im Stil einer dreischiffigen Basilika erbaut war. Große Fischdampfer machten den Elbfischern Konkurrenz, ohne die Hilfe des Auktionators hätten die Großhändler zu niedrige Preise durchdrücken können. Bereits in den 1930er Jahren war auch die Auktionshalle technisch 'überholt', der Handel verlagerte sich weiter nach Westen, wo Kühlhallen und Fischfabriken gebaut wurden. Heute wird Fisch in virtuellen Auktionen versteigert, der sonntägliche Fischmarkt versorgt Einheimische mit Schnäppchen und Touristen mit Einkaufserlebnissen.

-> Anmietung der Halle für Ihr Event!

Fischmarkt

Der Hamburger Fischmarkt wurde in seiner ursprünglichen Bedeutung auf dem Alten Fischmarkt in Hamburg-Altstadt betrieben. Bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten die Hamburger in der Vorstadt St. Pauli eine Auktionshalle. Einerseits rückte man in die Nähe Altonas, um für die Finkenwärder Fischer attraktiver zu werden. Andererseits erforderten die mengenmäßig größeren Anlandungen der neuen Fischdampfer neue Handelsformen, nämlich die Fischauktion. Mehr unter Wikipedia