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Fischmarkt seit März 2020 geschlossen –
keine Wiedereröffnung in Sicht!


Warum? Das Risiko intensiver Ansteckung ist bei diesem Veranstaltungsformat deutlich höher und nicht mit einem normalen Wochenmarkt vergleichbar. Personenkontrollen, Abstandsregelungen und Maskenpflicht, alles ist angesichts der großen Besucherströme schwer in den Griff zu bekommen. Die Volksgesundheit geht hier strikt vor, so die Behördenargumentation des zuständigen Verbraucherschutz- und Gesundheitsamtes im Bezirk Altona.

Der Fischmarkt ist in seiner besonderen Ausprägung mittlerweile eine Marke mit einem festen Image geworden. Es ist ein Markt und Event zugleich, weil die Aspekte Wochenmarkt und Publikumsveranstaltung durch die Inszenierung der Stände, humorvolle Marktschreiereien bei Aale Dieter, die Holländischen Blumenhändler mit den Strohkörben vom LKW, Bananen-Fred und die Show-Acts in der Fischauktionshalle auf dem Fischmarkt zu einer bunten Gemengelage zusammenkommen. Das Ganze hat schon Volksfestcharakter. Hinzu kommt der Publikumsmix, also Anwohner aus Altona und anderen Stadtteilen, Besucher aus der Metropolregion und Touristen, die ihrem Aufenthalt in Hamburg eine krönende Note geben wollen. Hinzu kommen die Nachtschwärmer, die meist von der Reeperbahn ans Wasser herunterkommen, um entweder den letzten Absacker zu nehmen oder mit einem deftigen Imbiss den Kopf wieder klar zu bekommen.  Im „Hauptbetrieb“ kommen bis zu 55.000 Besucher, je nach Jahreszeit, um sich bei den 120 Marktständen mit frischer Ware einzudecken oder die einzigartige Atmosphäre aufzusaugen. Hinzu kommt das breite Angebot aus gehobener Gastronomie und Livemusik in der Altonaer Fischauktionshalle. Wie heißt es gern: „Mehr Hamburg geht nicht!“

Den Hamburger Fischmarkt gibt es bereits seit 1703 und er ist so beliebt, dass er mit seinen Marktbeschickern sogar jährlich auf Reisen geht! – Doch dann kam die Corona-Krise:
Erstmalige Schließung des Marktes in über 300 Jahren Geschichte.

Wir beklagen einen verlorenen Versorgungs- und  Spaßfaktor für die Besucher, massive Einnahmeausfälle bei den ambulanten Händlern – viele arbeiten auch auf dem geschlossenen Hamburger DOM und den ausgefallenen Weihnachtsmärkten – und die Gefahr, für den Fischmarkt seinen „Kultstatus“ zu verlieren. Sollte der Fischmarkt als abgespeckter Wochenmarkt mit Security, Einlasskontrolle, Abgitterung mit 60 Händlern auf 200 qm Marktfläche, Maskenpflicht und der gebotenen Abstandswahrung wieder eröffnen, hat das nichts mehr mit der alten Veranstaltung zu tun. So eine Öffnungsvariante stellte sich der Bezirk letztes Jahr noch vor. Das Behelfskonzept wurde angesichts steigender Inzidenzzahlen gar nicht erst getestet, sondern schnell wieder verworfen. Dennoch muss es nach Corona einen Neustart geben, der gut durchdacht werden muss. Es werden bei einer Wiedereröffnung z.B. im Herbst nach den Sommerferien dieses Jahres ohnehin nicht wieder die alten Besucherzahlen erreicht. Es wird sich voraussichtlich ein breiter Attentismus einstellen, sowohl bei den Touristen in eine Millionenstadt zu kommen, als auch bei den Hamburgern, freiwillig große Menschenansammlungen aufzusuchen und bei den Händlern, für die es sich u.U. gar nicht lohnt ihren Stand aufzubauen. Ein wird ein Drahtseilakt, mit wenigen ausgewählten Ständen, weit über die Promenadenfläche verteilt zu starten, aber vielleicht besser so – als gar nicht. 

Zu guter Letzt sei noch auf die Kurzarbeit sowie die Hilfsfonds, Zuschüsse und Darlehenskontingente unserer Stadt und vom Bund für Gastronomen, Händler, Schausteller und alle übrigen Betroffenen  hingewiesen. Gebührenverzichte bei Sondernutzungserlaubnissen zur Flächennutzung im öffentlichen Raum und neue Gestattungen bei der Inanspruchnahme geeigneter öffentlicher Flächen für Außengastronomie und Schausteller haben nur kurzfristig das Leid gelindert. Aber es hat sicher etwas geholfen, das Schlimmste abzufedern.

Wir alle hoffen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität in unserer Leben. Bis dahin müssen wir uns streng den aktuellen Hygieneregeln und Ausgangsbeschränkungen unterordnen, bis es Wirkung zeigt.


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