Schnitzeljagd
auf der ELBMEILE

QR-Punkt 38

Schellfischtunnel


Altona verfügte in der Zeit, wo insbesondere der Fischhandel seine Blütezeit hatte, über eine eigene „Hafenbahn“. Die Hafenbahn war zunächst mit einem kleinen Tunnel, später mit einer längeren Version mit dem Altonaer Bahnhof verbunden. Heute sind noch Reste des eingleisigen Tunnels und seiner Infrastruktur sehr gut erhalten. Erst gab es nur eine oberirische Seilwindenkonstruktion, später eine pferdebetriebene Kutsch-Verbindung und noch später einen Antrieb mittels feststehender Dampfmaschine von 201m Länge, um die 15% Steigung vom Kai nach oben zu bewältigen. Eine erste kleine Tunnelvariante mit einer Länge von zunächst 395 m wurde 1876 in Betrieb genommen. Sie endete am damaligen Altonaer Bahnhof, dem heutigen Altonaer Rathaus am Platz-der-Republik. Da das nicht reichte, folgte 1895 die Tunnel-Verlängerung auf 961 m mit einem Höhenunterschied von rd. 30 m, um die großen Mengen an leicht verderblichen Waren vom Altonaer Kai am Union-Kühlhaus Neumühlen unter der Max-Brauer-Allee zum späteren Altonaer Bahnhof (heutiger Standort) zu transportieren. Zuvor, um 1850 wurde der sog. Elbberg von der Eisenbahngesellschaft als funktionelle Rampenstraße angelegt, um den Fuhrwerksbetrieben den Transport zu erleichtern.

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Der Betrieb der Hafenbahn wurde 1992 eingestellt und der Tunnel aus Kostengründen substanziell instandgehalten, übte aber keine verkehrliche Funktion mehr aus. Seit Jahren wird darüber spekuliert, wie man dem Tunnel wieder eine zweckmäßige Funktion, z.B. für touristische Zwecke zuweisen kann, aber auch eine Integration in den HVV wurde abgelehnt. Immerhin konnte die Stadt Altona stolz darauf sein, als erste über einen direkten Güterumschlagplatz zwischen Schiff und Eisenbahn zu verfügen. Interessant ist auch, dass mit Aufnahme des Waggonbetriebs 1876, die Altonaer Hafenbahn die Waggons mittels gekuppelter vierrädriger Tendermaschinen von einer Lokomotive – angesichts der extremen Steigung – bergauf geschoben haben, um das Loslösen eines Waggons zu verhindern. Das Ganze erfolgte damals schon in einem 24-stündigen Mehrschicht-System mit elektrischen Glockenwerken und Morsetelegraphen zur Kommunikation auf der knapp einen Kilometer langen Strecke zwischen den Kaianlagen und dem Bahnhof auf der täglich immerhin bis zu 360 Waggons von 2 Dampf-Lokomotiven das gewaltige Transportvolumen erfüllten. Im oberirdischen Bereich verband die Altonaer Hafenbahn auf der Großen Elbstraße die Fischauktionshallte, den Altonaer Fischereihafen und die fischverarbeitenden Betriebe mit Kühlwaggons auf einer Gleislänge von 1,4 km. An verschiedenen Stellen (Höhe Elbkaihaus / Kühlhallen) sind die alten Gleise noch im Kopfsteinpflaster eingelassen. Ab 1911 wurden die Dampfloks durch Elektrolokomotiven und ab 1955 durch Dieselloks ersetzt.

Nach der Einstellung des Bahn-Betriebs im Jahr 1992 hat sich in der Politik und Verwaltung die Einstellung verfestigt, die Überbleibsel der Tunnel- und Gleisanlagen der Altonaer Hafenbahn als Monumente der besonderen Industriegeschichte Altonas zu erhalten und unter Schutz zu stellen.

Ansichtskarte von 1905

Schellfischtunnel - Elbmeile Hamburg

© Foto: SHMH-Altonaer Museum – Inventar-Nr.: 1968-343-55

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In Kürze

  1. Altona hatte eine eigene Hafenbahn in der Blütezeit des Fischhandels.
  2. Die Hafenbahn war mit einem Tunnel verbunden.
  3. Heute sind noch Reste des Tunnels und der Infrastruktur erhalten.
  4. Es gab verschiedene Antriebsarten für die Bahn.
  5. Die Hafenbahn wurde 1992 eingestellt.
  6. Es wird spekuliert, wie man dem Tunnel eine zweckmäßige Funktion geben kann.
  7. Die Altonaer Hafenbahn war die erste mit direktem Güterumschlagplatz zwischen Schiff und Eisenbahn.
  8. Die Altonaer Hafenbahn hatte elektrische Glockenwerke und Morsetelegraphen zur Kommunikation.
  9. Die alten Gleise der Hafenbahn sind noch an einigen Stellen erhalten.
  10. Die Überbleibsel der Tunnel- und Gleisanlagen werden als Monumente der besonderen Industriegeschichte erhalten.

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QR-Punkt 38 Schellfischtunnel

© Fotos von Andrea Lang – fotografiehamburg.de

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